Die Kul­tur­zeit­schrift «Davo­ser Revue» wid­met ihre Herbst­aus­ga­be den Davo­ser Hotels. Der Span­nungs­bo­gen reicht von frü­hen Hotel­be­wer­tun­gen über das Hotel als lite­ra­ri­schen Arbeits­ort bis zu gegen­wär­ti­gen Pro­ble­men der Hotellerie.

Con­rad Fer­di­nand Mey­er logier­te 1871 drei Mona­te im Hotel «Kulm» auf dem Wolf­gang­pass bei Davos. Hier hoff­te der spä­te­re Dich­ter des «Jürg Jenatsch» auf sei­nen lite­ra­ri­schen Durch­bruch – und belausch­te vom Hotel­zim­mer aus wohl auch einen «Hen­gert», ein musi­ka­li­sches Stell­dich­ein der Jugend. An nahe­zu 40 Gedich­ten arbei­te­te Con­rad Fer­di­nand Mey­er in Davos – und hoff­te, dass sein Gedicht­zy­klus «Hut­tens letz­te Tage» bald einen Ver­lag fin­den wür­de. Die Hoff­nung erfüll­te sich, als der Dich­ter noch in Davos weil­te: die ers­ten Exem­pla­re des «Hut­ten» wur­den ihm im Hotel «Kulm» zugestellt.
Die «Davo­ser Revue» zeigt in ihrer Herbst­aus­ga­be auf, dass Con­rad Fer­di­nand Mey­er gut ein Vier­tel­jahr­hun­dert nach sei­nem ers­ten Auf­ent­halt noch ein­mal nach Davos kam. Der Ort hat­te sich in der Zwi­schen­zeit stark ver­än­dert: 1896 zähl­te Davos bereits 44 Hotels sowie 77 Pri­vat­häu­ser mit Unter­kunfts­an­ge­bo­ten. In einer Schrift über Davos von 1875 wer­den erst 13 Hotels aufgeführt.

Geschichten, die sich über Generationen erstrecken

Man­che Hotels in Davos wer­den über Genera­tio­nen von den­sel­ben Fami­li­en geführt. Die «»Davo­ser Revue» zeich­net sol­che Geschich­ten nach – und zeigt auf, wie die Fami­li­en Moro­sa­ni, Kess­ler, Fopp und Mei­er ihre Hotels über vie­le Jahr­zehn­te hin­weg führ­ten und aus­bau­ten. Im Fal­le der Fami­lie Mei­er geht die «Davo­ser Revue» auch der Geschich­te des legen­dä­ren Hotels «Stein­bock» in Chur nach, wo der gebür­ti­ge Davo­ser Con­rad Mei­er-Cuo­ni über Jahr­zehn­te als Direk­tor amte­te – und wo Fried­rich Dür­ren­matt sein Buch «Das Ver­spre­chen», ein Requi­em auf den Kri­mi­nal­ro­man, begin­nen liess.
Wie Hotels einst bewer­tet wur­den und wie sie heu­te bewer­tet wer­den, das zeigt die seit 1925 erschei­nen­de Zeit­schrift eben­falls auf. Inhalt­lich stellt die Herbst­aus­ga­be zudem die Fort­set­zung der Früh­lings­aus­ga­be dar, bereits die­se Aus­ga­be hat­te sich den Hotels in Davos gewidmet.
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur vier­tel­jähr­lich erschei­nen­den Zeit­schrift «Davo­ser Revue» fin­den sich im Inter­net unter www.davoser-revue.ch.

Der «Schwei­zer­hof» um 1871: Das Davo­ser Hotel gibt es – nach meh­re­rem Um- und Aus­bau­ten – noch heu­te. (Foto: Doku­men­ta­ti­ons­bi­blio­thek Davos)