Vom Preis­druck bis zum Traum­job: Die Kul­tur­zeit­schrift «Davo­ser Revue» wid­met ihre neus­te Aus­ga­be der Davo­ser Hotellerie.

«Als die Nacht noch bil­li­ger war als der Was­ser­ko­cher»: So lau­tet der Titel eines Bei­trags in der 64-sei­ti­gen Früh­lings­aus­ga­be der «Davo­ser Revue». Vor­ge­stellt wer­den in dem Bei­trag die Hotel­prei­se im Jahr 1946. Rund zwan­zig Fran­ken kos­te­te damals die Über­nach­tung in einem der teu­ers­ten Hotels in Davos, dem Palace Hotel. Gleich viel Geld muss­te 1946 aus­ge­ben, wer bei den Elek­tri­zi­täts­wer­ken Davos einen Was­ser­ko­cher erste­hen woll­te. Das Ver­kaufs­lo­kal der Elek­tri­zi­täts­wer­ke befand sich immer­hin in den Arka­den, der Laden­ga­le­rie gleich vor dem Palace Hotel.

Wie die Luxus­ho­tel­le­rie in Davos heu­te aus­sieht, wird in der «Davo­ser Revue» eben­falls beleuch­tet: In der Repor­ta­ge «Fünf Ster­ne, vier Wel­ten» wer­den Men­schen por­trä­tiert, die im Grand­ho­tel Bel­vé­dè­re, im See­hof oder im Inter­con­ti­nen­tal arbei­ten. Ver­knüpft wer­den die Por­träts eines Haus­meis­ters, eines Kochs und zwei­er Direk­to­ren mit den Eigen­hei­ten, Ansprü­chen und Prei­sen der Hotels, wodurch sich ein facet­ten­rei­ches Bild der Davo­ser Fünf­ster­ne-Hotel­le­rie ergibt.

Von der Kohle und den Träumen

Per­sön­lich und zugleich kri­tisch gegen­über der heu­ti­gen Hotel­le­rie äus­sert sich in einem Inter­view mit der «Davo­ser Revue» Andre­as J. Gre­dig. Der ehe­ma­li­ge Besit­zer und lang­jäh­ri­ge Direk­tor des Hotels Flüe­la spricht von einem rui­nö­sen Preis­druck, der vor allem pri­vat geführ­ten Hotels stark zuset­ze. Zum glei­chen Schluss gelangt gemäss der «Davo­ser Revue» Erich Schmid, der Besit­zer des Hotels Euro­pe: «Hotels und Häu­ser in Pri­vat­be­sitz lei­den unter dem Preis­kampf, den die Hotel­ket­ten mit ihren Finan­zie­rungs-Fonds im Hin­ter­grund füh­ren kön­nen.» Den eigent­li­chen Hote­liers gin­ge es hin­ge­gen «an die eige­ne Kohle».

Den­noch gibt es in Davos Men­schen, die im Hotel­ge­wer­be ihren Traum ver­wirk­li­chen kön­nen: Cari­na Ambühl etwa, die Wir­tin im Hotel und Restau­rant «Land­huus» in Davos Frau­en­kirch, oder Susan­ne und Tho­mas Schra­em­li, die in der «Leng­mat­ta» wir­ten und kochen. Vor­ge­stellt wer­den die­se drei Men­schen eben­falls in der Früh­lings­aus­ga­be der «Davo­ser Revue». In Kurz­por­träts und mit­tels his­to­ri­scher Foto­gra­fien zeich­net die «Davo­ser Revue» zudem die Geschich­te diver­ser Davo­ser Hotels nach – und zeigt, wo um 1900 die schmut­zi­ge (Hotel-)Wäsche gewa­schen wur­de oder wo Erich Käs­t­ner Whis­ky trank.

Im Som­mer wird sich die seit 1925 erschei­nen­de «Davo­ser Revue» dem The­ma «Land­wirt­schaft widmen.

Wei­te­re Infos unter: www.davoser-revue.ch