Die Pro­me­na­de bil­det über gut 3,5 Kilo­me­ter Län­ge die eigent­li­che Lebens­ader von Davos. Die Kul­tur­zeit­schrift «Davo­ser Revue» zeigt in ihrer Win­ter­aus­ga­be nun auf, wie die Pro­me­na­de ent­stan­den und gewach­sen ist.

«Es geschieht nicht sel­ten, dass Kur­gäs­te, in der Mei­nung, Davos habe ein süd­li­ches Kli­ma, nur mit Som­mer­klei­dern ver­se­hen hier ein­tref­fen.» Der «Füh­rer durch den Kur­ort Davos-Platz» war­tet bereits 1896 mit nütz­li­chen Tipps zum Auf­ent­halt in Davos auf. Diver­se Schnei­der­ate­liers wer­ben in der Kur­orts­bro­schü­re um Kund­schaft, zugleich wird her­aus­ge­stri­chen, dass Davos über «gut unter­hal­te­ne Stras­sen mit brei­ten Trot­toirs», sogar über «gross­städ­ti­sche Kauf­lä­den, wohl­ge­pfleg­te Gär­ten und öffent­li­che Anla­gen» verfüge.

Die Pro­me­na­de aller­dings, die heu­ti­ge Lebens­ader von Davos, ist um 1896 erst im Ent­ste­hen begrif­fen. Von den Arka­den vor dem gros­sen Cur­haus, dem heu­ti­gen Hotel Euro­pe, streckt sich die Pro­me­na­de aber schliess­lich doch so weit aus, dass sie heu­te die eigent­li­che Geschäfts­stras­se von Davos bil­det und zugleich die Frak­tio­nen Platz und Dorf mit­ein­an­der verbindet.

 

Die «Kul­tur­zeit­schrift «Davo­ser Revue» rekon­stru­iert in ihrer jüngs­ten Aus­ga­be die­sen Wachs­tums­pro­zess der Pro­me­na­de über mehr als ein Jahr­hun­dert hin­weg. Auf­ge­zeigt wird etwa, wie der eins­ti­gen Post­stras­se ent­lang Sana­to­ri­en ent­stan­den, und wie die­se spä­ter in Hotels umge­wan­delt wur­den. Die­se Rekon­struk­ti­on erfolgt mit­un­ter mit Plä­nen, Fotos und Post­kar­ten aus dem Archiv des Samm­lers Mar­kus Gugel­mann und aus den Bestän­den der Doku­men­ta­ti­ons­bi­blio­thek Davos. Geschil­dert wird in der Win­ter­aus­ga­be auch, wie der Dich­ter Kla­bund im frü­hen 19. Jahr­hun­dert in Davos leb­te, und wel­che Loka­li­tä­ten an der Pro­me­na­de er für sei­ne Erzäh­lung «Die Krank­heit» gebrauch­te. Vom Leben an der Pro­me­na­de in den 1940er- und 1950er-Jah­ren erzählt wie­der­um die Davo­se­rin Maya Traut­mann-Hitz. Gewür­digt wird in der «Davo­ser Revue» auch die Archi­tek­tur ent­lang des Stras­sen­zugs; schliess­lich brach­te die Pro­me­na­de einen ganz eige­nen Haus­typ her­vor. Zudem wird die heu­ti­ge Pro­me­na­de Schritt für Schritt doku­men­tiert; wobei sich zwi­schen den ins­ge­samt 4723 Schrit­ten eini­ge Momen­te der Ver­wun­de­rung ergeben.

Die Früh­lings­aus­ga­be der seit 1925 erschei­nen­den Kul­tur­zeit­schrift «Davo­ser Revue» wird sich dem Leben im Hotel widmen.